Wenn Worte krank machen – über ungesunde und toxische Kommunikation!

Von Ilona Gotz I 01.10.2025

Kennst du das Gefühl, ein Gespräch zu verlassen und mit einem unguten Bauchgefühl zurückzubleiben? Vielleicht hattest du dir Wertschätzung erhofft und stattdessen nur einen „gut gemeinten“ Ratschlag bekommen. Oder jemand hat sich entschuldigt – aber so halbherzig, dass es mehr nach Ausrede als nach Bedauern klang: „Es tut mir leid, aber so bin ich eben.“

Solche Situationen sind kein Einzelfall. Worte sind eben nicht nur Schall und Rauch – sie wirken. Studien zeigen: Ungesunde Kommunikation kann Stress auslösen und sogar körperlich krank machen. Doch heißt ungesund gleich toxisch?

Ungesund ist nicht gleich toxisch


Wo Menschen miteinander reden, knirscht es. Das ist normal. Wir sind manchmal überreizt, uns fehlen die richtigen Worte, und plötzlich platzt etwas Unschönes heraus. Perfekte Kommunikation gibt es nicht.

Doch wenn wir immer wieder mit denselben Mustern konfrontiert sind – wir fühlen uns nicht ernst genommen, bleiben mit Bauchschmerzen zurück oder müssen uns ständig rechtfertigen – dann ist das mehr als ein kleines Knirschen. Es ist ein Hinweis auf ein ungesundes Kommunikationsmuster.

Toxisch wird es allerdings erst, wenn Kommunikation gezielt dazu genutzt wird, jemanden kleinzuhalten oder systematisch zu unterdrücken.

Wie spreche ich mein Gegenüber darauf an?

Eine endlose Liste von Vorwürfen bringt selten weiter. Hilfreicher ist es, sich auf eine konkrete Situation zu konzentrieren und gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Fragen wie „Welche Idee hast du, wie wir in Zukunft besser damit umgehen können?“ öffnen Räume, statt Widerstand auszulösen.

Aber: Wenn trotz mehrmaliger Versuche keinerlei Bereitschaft zur Reflexion erkennbar ist, dann darfst du dich schützen. Abgrenzung – im Notfall auch ein klarer Ausstieg – ist ein wichtiger Schritt, um die eigene mentale und körperliche Gesundheit zu bewahren..

Mein Anteil in Konflikten.

Eine spannende, aber auch unbequeme Frage lautet: „Welchen Teil trage ich selbst?“
Wenn sich Konflikte wie ein roter Faden durch unser Leben ziehen, lohnt sich die Selbstreflexion. Typische Fragen sind:

Was fällt mir schwer zu kommunizieren?

Was wünsche ich mir mehr von anderen – und gebe ich mir das selbst?
Oft ist es genau das: Wir erwarten Wertschätzung von außen, zeigen sie uns selbst aber nicht genug.

So gelingt gesündere Kommunikation

Gesunde Kommunikation heißt nicht, jedes Wort abzuwiegen. Viel wichtiger ist Authentizität – verbunden mit der Fähigkeit, eigene Fehler anzuerkennen.

Ein praktischer Tipp: Wer sich mit Entschuldigungen schwertut, kann erst einmal üben, sie aufzuschreiben, bevor man sie ausspricht. Mit der Zeit entwickelt man eigene Strategien. Und klar: Manchmal klappt es, manchmal nicht. Entscheidend ist, sich dabei selbst mit Empathie zu begegnen.

Fazit:

Kommunikation ist unser wichtigstes Werkzeug, um unser Inneres nach außen zu bringen. Sie gelingt nicht immer perfekt – und das ist auch okay. Kritisch wird es, wenn ungesunde Muster uns belasten oder sogar krank machen. Dann braucht es Klarheit, Empathie und manchmal auch den Mut zur Abgrenzung.

Am Ende gilt: Je besser wir uns selbst verstehen, desto gesünder können wir mit anderen reden – und desto eher können Worte heilen, statt verletzen.

Kontakt

© 2026 Ilona Gotz – Ich biete Gesundheitscoaching und lösungsorientierte Beratung für Menschen mit Burnout und Depressionen sowie Unterstützung bei der Berufsorientierung und der Stärkung ihrer inneren Ressourcen.